Über Jahrzehnte hinweg bestand für das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) eine Verpflichtung, Menschen mit geistiger Behinderung in Krisensituationen stationär aufzunehmen. Diese Menschen kamen aus anderen Einrichtungen oder aber direkt aus ihren Elternhäusern. Nach der akuten psychiatrischen Krisenintervention weigerten sich die Einrichtungen häufig, ihre Klienten wieder aufzunehmen, oftmals mit der Begründung, dass der Betreuungsaufwand die eigenen Kapazitäten überfordere.

So kam es zu einer dauerhaften Unterbringung von geistig behinderten Menschen im psychiatrischen Krankenhaus in Wiesloch. 1994 lebten im PZN 40 geistig behinderte Erwachsene mit herausfordernden Verhaltensweisen. Untergebracht waren sie in zwei Häusern, ohne adäquate Angebote, Tagesstruktur und Beschäftigung. Mit der Benennung eines Sozialpädagogen zum Heimleiter und der Zielsetzung, ein Wohnheim für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung zu installieren, veränderte sich das Leben der Menschen mit Behinderung grundlegend. Der Personalschlüssel wurde angehoben; pädagogische Fachkräfte ersetzten das Krankenpflegepersonal. Mit der Schaffung von Kleingruppen und fest zugeordneten Mitarbeiterteams gelang es, eine Betreuung mit individuellen Hilfe- und Begleitplanungen zu positionieren.
Die Psychiatrie ist kein geeigneter Lebensraum für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Deshalb schlossen sich Vertreter aus regionalen nordbadischen Einrichtungen der Behindertenhilfe im April 2001 zu einer gemeinnützigen Gesellschaft zusammen, um eine Konzeption zur Ausgliederung in eine bestehende Struktur einer Dorfgemeinschaft zu erarbeiten. Dazu wurde die Heilpädagogische Wohn- und Beschäftigungsverbund (HWBV) gGmbH gegründet.

Die Gesellschafter des HWBV sind:

• Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e.V.
• Psychiatrisches Zentrum Nordbaden
• Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Regionalverband Schwetzingen-Hockenheim e.V.
• Lebenshilfe Karlsruhe/Ettlingen & Umgebung e.V.
• Pilgerhaus Weinheim
• Lebenshilfe Mannheim e.V.
• Lebenshilfe Sinsheim e.V.
• Lebenshilfe Heidelberg e.V.

In der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen fand dieses Anliegen von Anfang an große Unterstützung, so dass man sich für diesen Standort entschied. Im April 2004 konnte schließlich der Umzug in den neuen Gebäudekomplex stattfinden, der für die besonderen Anforderungen geplant und gebaut wurde.