Da viele der Bewohner nicht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) integriert werden können, war der Bau des Ateliers eine sinnvolle und wichtige Ergänzung für ihre persönliche Entwicklung.
Die Tagesstruktur unseres Hauses, die Ateliers, bietet den BewohnerInnen, im Sinne einer Trennung von Wohnen und Arbeiten, die Möglichkeit einen Arbeitsalltag zu erleben. Sie sind, als ein vom Wohnbereich weitestgehend unabhängiges therapeutisches, niederschwelliges Arbeits- und Beschäftigungsangebot zu verstehen. Das Ateliergebäude wurde in geringer Entfernung vom Wohnbereich gebaut (5 Gehminuten).
Die räumliche Struktur ist so angelegt, dass auf einem Rundweg alle Bereiche erreicht werden können und die Möglichkeit Bewegungszwänge auszuleben besteht. Die Arbeitsbereiche sind großzügig geschnitten, sehr hell und bieten alle die Möglichkeit direkt in den Garten zu gelangen. Dieser ist weitläufig angelegt, um den unterschiedlichsten Emotionen Raum zugeben. Im Gelände befinden sich Angebote wie Tipi, Schaukel und Steinkasten, die auch als Rückzugsmöglichkeit genutzt werden können. Die Tiere können jederzeit besucht werden. So besteht die Möglichkeit einer selbstbestimmten Kontaktaufnahme.
Die Zuordnung der Bewohner in die verschiedenen Bereiche orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Um das Gruppengefühl zu stärken gibt es feste Arbeitsgruppen. Hier können auch neue Kontakte angebahnt werden, Freundschaften entstehen.
Zusätzlich zum Beschäftigungsangebot besteht die Möglichkeit anhand der aktuellen Stimmungslage des Einzelnen ein spezifisches Angebot zu gestalten. Dies kann eine Reduzierung des Arbeitsumfangs oder eine Veränderung des Arbeitsplatzes, z. B. in einen ruhigeren Bereich oder nach draußen in die Landwirtschaft, sein. Dies stellt ein hohes Maß an Flexibilität der Betreuungsleistung dar.
Das Atelier unterliegt keinen Produktionsvorgaben, sondern richtet sich auch hier nach den individuellen Fähigkeiten und Interessen der Menschen mit Behinderung.
Die Arbeitszeiten können je nach Belastbarkeit durch verschiedene Angebote oder Pausen variieren werden. Ziel ist eine ganztätige und kontinuierliche Beschäftigung.
Das Atelier arbeitet mit der Gemeinde bei verschiedenen Naturschutzprojekten zusammen. In Absprachen werden bestimmte Arbeiten mit den Menschen mit Behinderung erledigt.

Menschen, die noch nicht oder nicht mehr im Atelier beschäftigt werden können, finden in den Räumen der Tagesfördergruppe eine adäquate Begleitung. Auch hier ist die Trennung von Wohnen und Arbeiten zu finden.
Die Angebote variieren zeitlich von wenigen Minuten bis hin zu Stunden oder werden über den Tag verteilt. Außenkontakte, wie die Einkäufe im Ort, Besuche im Atelier, ein Naturspaziergang, jahreszeitliches Arbeiten, räumliche Orientierungsübungen bis hin zu zeitweisen Einzelbetreuungsangeboten werden hier gestaltet. Der strukturierte und kontinuierliche Ablauf dieser Gruppe ist besonders wichtig, um Orientierung und Halt zu geben. Der Mensch mit seinen besonderen Fähigkeiten steht im Vordergrund.