Die eigene Wohnung hat für jeden Menschen eine individuelle Bedeutung und schließt das Gefühl ein, an einem bestimmten Ort beheimatet zu sein. Wohnen heißt Raum für Geborgenheit, Schutz und Sicherheit, sich zurückziehen können, Beständigkeit und Vertrautheit, Raum für Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung aber auch Raum für Kommunikation und Geselligkeit.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Umgang mit und der Begleitung in immer wiederkehrenden Konflikten und Krisen. Aggressionen als Form des Ausdrucks zu verstehen und ein entsprechendes Angebot zu entwickeln, stellt eine Herausforderung für die Mitarbeiter dar. Was will uns der Mensch mit Behinderung mitteilen? Welche und wie viel Assistenz braucht er wirklich?
Um zu größtmöglicher Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen und dadurch zu einer höheren Lebensqualität zu gelangen, begleitet unser pädagogisches Personal, die uns anvertrauten Menschen mit individuellen Hilfestellungen und Angeboten. Ziel kann es auch sein, auf eine mögliche Rückführung in die ursprüngliche Wohnform hinzuarbeiten. Falls dies nicht möglich ist, versuchen wir mit dem Menschen eine neue Heimat zu finden. Um diese Ziele zu erreichen, kann es auch notwendig sein, dass unser pädagogisches Personal sein Fachwissen anderen örtlichen und regionalen Anbietern zu Verfügung stellt. Um den unterschiedlichen Lebensabschnitten adäquat zu begegnen, werden Veränderungen im Alter, wenn sie von den Menschen mit Behinderung gewünscht werden, berücksichtigt. Dies kann in individuellen Situationen erforderlich sein, wenn zum Beispiel eine medizinische Behandlungspflege in unserem Haus nicht mehr geleistet werden kann. Die Entscheidung wird gemeinsam mit den Familienangehörigen, gesetzlichen Betreuern und Mitarbeitern der Wohngruppe erarbeitet und begleitet. Es ist uns besonders wichtig, dass Wohnen, auch das Wohnen auf Zeit, nicht nur Unterkunft und Assistenz bedeutet, sondern einen Ort zum Leben darstellt, ein Zuhause mit all seinen Facetten